Dampfnudeln – ein Pfälzer Klassiker

Was ist das eigentlich? Und wieso heißen die Dinger „Nudeln“? Das ist eine berechtigte Frage – sehen diese doch gar nicht wie Nudeln aus! Ich kenne ähnliche Gerichte wie Buchteln oder Rohrnudeln. Die werden aber beide im Ofen gemacht. Die Dampfnudeln macht man in der Pfanne und gart sie im Dampf, wie der Name schon vermuten lässt. „Nudeln“ heißen sie wohl deshalb, weil der Begriff „Nudel“ von „Knödel“ abstammt. Diese „Knödel“ aus Hefeteig werden in einer Pfanne gedämpft (so entsteht die glatte Oberfläche) und gebraten, damit man einen knusprigen Boden erhält. Es gibt Anhänger der salzigen Kruste, so wie ich sie mag. Manche garen sie auch mit Milch statt mit Wasser. Und andere mögen sie lieber süß. Das hier ist ein altes Familienrezept.

Basis der Dampfnudeln ist ein Hefeteig, den ich so ähnlich z.B. auch für Rosinenbrötchen oder Zimtschnecken verwende. Viele meinen, Hefeteig sei kompliziert, ist es aber wirklich nicht, man muss nur ein paar einfache Regeln beachten:

  • nämlich dass die Hefe nicht zu heiß wird. 37°C ist noch ok (lauwarm), über 40 wäre nicht so gut. Das ist quasi wie bei uns Menschen, wer möchte schon 40° Fieber haben. Lieber etwas kühlere Flüssigkeit als zu heiß.
  • und man sollte den Teig ausreichend lange kneten und walken, so wird er schön elastisch.

Wahlweise serviert man Weinsauce oder Vanillesauce dazu. Wir gönnten sie uns heute als Dessert mit Weinsauce, davor gab es eine Karottensuppe. Klassisch wäre eine Kartoffelsuppe. Aber man kann ja mal variieren.

Die Herstellung kann etwas heikel sein, was ich aber erklären werde. Wenn man sich danach richtet, kann aber eigentlich nichts passieren. Wer sich nicht traut, dem kann ich nur nochmal empfehlen, sie in einem Lokal zu essen 🙂 . Ich hätte da auch einen super Tipp!

So, das war mal eine lange Einleitung – jetzt aber endlich zum Wesentlichen, hier ist das Rezept:

Zutaten für den Teig (6 kleine Dampfnudeln):

  • 240-250 g Mehl
  • 40 g Butter
  • 125 ml lauwarme Milch
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 15 g Zucker
  • 1 gute Prise Salz

Für die Zubereitung in der Pfanne (beschichtete Pfanne mit (Glas)deckel!)

  • 1 Tasse Wasser (150 ml)
  • 2 TL Butterschmalz
  • 1/2 TL Salz

Zutaten für Weinsauce (2 Portionen):

  • 1 Ei
  • 1 EL Mehl (15 g)
  • 150 ml Weißwein (z.B. Riesling oder Cabernet blanc, halbtrocken)
  • 100 ml Wasser
  • 2-3 EL Zucker
  • 1 Prise Salz

Zubereitung der Dampfnudeln:

Für den Teig die Butter in einem kleinen Topf bei kleiner Hitze schmelzen. Milch hinzufügen und auf ca. 37 °C erwärmen (handwarm, nicht heißer). Dass es nicht zu heiß ist, ist sehr wichtig, denn sonst kann die Hefe nicht mehr gehen. Lieber etwas kühler als zu warm.

Die lauwarme Milch-Butter Mischung dann in eine Schüssel geben. Zucker dazugeben. Die Hefe hineinbröseln und darin auflösen.  100 g Mehl dazugeben. Alles glatt rühren. Mit einem Tuch abdecken und an einem nicht zugigen Ort ca. 40 Minuten bis 2 Stunden gehen lassen.

Nun das restliche Mehl (140-150 g) und das Salz dazugeben. Alles recht lange kneten, bis der Teig schön geschmeidig wird. Das kann gerne 10 Minuten dauern. Notfalls noch etwas Mehl oder Milch hinzufügen. Mit einem Tuch abdecken und nochmal ca. 30-40 Minuten gehen lassen. Gerne auch etwas länger.

Den Teig wieder durchkneten, dabei mehrmals falten. Den Teig in 6 gleichgroße Teile teilen (bei mir waren das 72 g) und daraus ca. Kugeln formen, das nennt man „rundwirken“. Dabei sollte die Oberfläche glatt sein und eine schöne Spannung bekommen. Mit dem Schluss nach unten (die glatte Oberfläche nach oben) auf ein bemehltes Brett oder Backblech legen, abdecken und nochmal ca. 30 Minuten gehen lassen, dass sie schön aufgehen. Ihr könnt sie auch größer machen, dann sollte man sie 3-5 Minuten länger garen lassen.

Dampfnudeln - ein Pfälzer Klassiker

1 Tasse Wasser (150 ml), 2 TL Butterschmalz und 1/2 TL Salz in eine Pfanne geben. Auf höchster Stufe (9/9) zum Kochen bringen. Die aufgegangenen Knödel vorsichtig hineinsetzen und schnell den Deckel drauf. Herunterschalten auf Stufe 4 von 9 (wobei jeder Herd natürlich anders ist). Am besten ist natürlich ein Glasdeckel. Der Garvorgang dauert ca. 15 Minuten. Dann den Deckel vorsichtig abnehmen und schnell umdrehen bzw. von der Pfanne wegziehen. Dabei sollte kein Wasser auf die Dampfnudeln tropfen. Das restliche Wasser in der Pfanne muss jetzt verkochen und die Dampfnudeln sollen braten.

Die Dampfnudeln bilden nun an der Unterseite eine knusprige, goldbraune Kruste. Ist sie schwarz, waren sie zu lange drin 😉 . Also immer mal wieder schauen, wie sie aussehen und nicht zu heiß braten.

Zubereitung der Weinschaumsauce

Das macht ihr am besten in der Ruhezeit für den Hefeteig.

Das Ei trennen. Eigelb mit Mehl, Zucker und Wasser und Wein in einem Topf glatt rühren. 40-60 Minuten ziehen lassen.

Das Eiweiß mit dem Salz steif schlagen.

Die Weinsauce auf dem Herd langsam erhitzen (nicht zu heiß, bei mir Stufe 5-6 von 9), dabei ständig mit dem  Schneebesen rühren, und aufkochen. Temperatur reduzieren, weiterrühren, bis eine dicke, puddingähnliche Sauce entsteht. Vom Herd nehmen und kurz etwas abkühlen lassen – darf noch warm sein.

Den geschlagenen Eischnee unterrühren.


Die Dampfnudeln schmecken warm natürlich besonders gut, aber man kann sie auch kalt genießen.

Rezept zum Ausdrucken:

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3 Gedanken zu “Dampfnudeln – ein Pfälzer Klassiker

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